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Gute Nachtfotos machen? So Geht’s!

Zwischen langer Belichtungszeit und hohem ISO-Wert

Nachtfotos sind faszinierend: Zeigen sie doch oft Dinge, die man mit bloßem Auge schlecht oder gar nicht erkennen kann, dazu noch in atemberaubenden Farb- und Hell-Dunkel-Kontrasten. Gute Nachtfotos machen ist aber gar nicht so einfach. Fokussieren ist in der Nacht nicht leicht, die Blende kann manuell eingestellt werden, und dann ist da noch die Kälte, die nachts in die Finger kriecht … Gute Nachtfotos machen kann nur, wer sich etwas mit der Technik befasst, gerne manuell Einstellungen vornimmt und ein bisschen Equipment dabei hat.

Hoher ISO-Wert oder längere Belichtungszeit?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Wer mit analoger Fotografie aufgewachsen ist, unter Umständen noch eine alte (analoge) Spiegelreflexkamera nutzt, Stativ und Belichtungsmesser hat, der wird immer für einen mittleren ISO-Wert und längere Belichtungszeiten plädieren. Der Grund ist ganz einfach: Je höher der ISO-Wert, desto mehr Rauschen ist in den schwarzen Flächen, desto körniger werden die Fotos. Es lohnt also unter Umständen, den ISO-Wert bei 100, 200 oder maximal 400 anzusetzen. Klar, Digitalkameras heute gehen bis in den vierstelligen Bereich – das ist aber absolut unnötig, wenn man nicht gerade gestochen scharfe Aufnahmen von sich schnell bewegenden Objekten mitten in der Dunkelheit macht. Eine längere Belichtungszeit, die manuell eingestellt wird, ersetzt den hohen ISO-Wert. Heutige Digitalkameras haben einen eingebauten Belichtungsmesser, der bei vorheriger Angabe des ISO-Werts zuverlässig die nötige Belichtungszeit angibt. Wer mit Belichtungszeiten arbeitet, die länger als 1/60 Sekunde sind, benötigt ein Stativ oder einen anderen stabilen, festen Untergrund. Bei Aufnahmen im Freien können Stromkästen, Gartenmauern, Steine, Poller oder ähnliches als „Stativ“ genutzt werden. Ansonsten ist ein kleiner Dreifuß mit Teleskopbeinen, der zusammengeklappt in der Handtasche Platz findet, ganz praktisch. Der Zusammenhang zwischen ISO-Wert und Belichtungszeit ist übrigens ganz einfach: Je höher der ISO, desto kürzer darf die Belichtungszeit sein.

Kleine Blende, große Zahl

Für alles, was nicht gerade eine Porträtaufnahme ist, sollte die Blende nachts möglichst weit geschlossen werden. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto stärker fällt der Unterschied zwischen dem fokussierten Vordergrund und dem nichtfokussierten Hintergrund auf. Nachtaufnahmen leben aber aus der Gesamtansicht. Also sollte die Blende möglichst wenig geöffnet sein. Und damit ist auch schon das Thema Fokussieren angesprochen: Nahaufnahmen in der Nacht sind eigentlich Unfug. Denn was an den meisten Nachtansichten fasziniert, ist das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit, und das lebt aus der Tiefe. Wer manuell fokussiert, sollte auf den mittleren Hintergrund einstellen. Bietet die Digitalkamera nur vorgefertigte Definitionen an, ist die Einstellung „unendlich“ richtig.

Das passende Equipment

Zu guter Letzt noch ein Wort zur Ausrüstung. Nachts ist es oft empfindlich kühl im Freien. Ein Stativ hilft gegen die Zitterei bei Kälte, Handschuhe helfen gegen kalte Finger, und der zeitversetzte Selbstauslöser oder ein Fernauslöser helfen gegen weitere Wackelei. Gegen kalte Finger hilft aber auch eine schnelle Speicherkarte. In der Regel ist es nicht die Kamera, die Ewigkeiten zum Verarbeiten braucht, sondern es ist die Speicherkarte, die kein schnelles Lesen und Schreiben erlaubt. Zugegeben: Dieses spezielle Problem gibt es bei analogen Kameras nicht.



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